Say Captain!

staatsakt. 05/2021



Alle mal herhören! Hier spricht der Kapitän! Der Kapitän der MS Staatsakt. Ich bin im letzten Lockdown-Winter durch das Internet gesurft und habe dort diverse Geisterproduzent:innen angeheuert. Mit ihnen habe ich zur Erheiterung auf hoher See Popsongs produziert. Besser gesagt: Ich habe Songs produzieren lassen.
Weil ich einfach keine Serien mehr gucken konnte und auch kein Buch mehr lesen wollte.
Auch das Spazierengehen in der Nachbarschaft hatte seinen Reiz allmählich verloren.
Herausgekommen ist ein Album, das ich PayPalPop genannt habe.
Weil Geld heute eben auf digitalem Wege in Nullkommanichts auf der ganzen Welt landet. So habe ich auf diesem Album mit Produzent:innen aus Kenia, Russland, Jamaica oder Indien zusammengearbeitet.
Und alle produzieren sie heute den gleichen Hybrid aus Hip-Hop, R&B und EDM. Pop mit sehr viel Glutamat und Autotune. Alle glauben sie an den großen weltumspannenden Hit in der großen Pop-Lotterie.
Der einzige, der auf diesem Album quasi gegen den Welt-Hit gearbeitet hat, das bin ich! Singe und spreche ich doch in deutscher Sprache und habe mich inhaltlich eher in postpunkigen Gefilden aufgehalten. Weil dieser Plattformkapitalismus natürlich auch etwas wahnsinnig Entfremdendes hat.

Und sich auf diesem Wege kreative Dienstleistungen zu Dumping-Preisen auf der ganzen Welt ganz easy einkaufen lassen. Und das noch schneller und unkomplizierter als sagen wir in der Textilindustrie. So ein MP-3 ist schneller verschickt als bei airbnb eine Wohnung gebucht. Trotzdem war die Album Produktion BIG FUN!
Ich musste währen der Produktion sehr oft an Heaven17 denken, aber auch an die gute alte Pudelclub-Zeit. Funky Pop mit Marx am Bass. Besonders großen Spaß hat mir die Co-Operation mit der GIRLWOMAN bereitet.
Ich bekam ein Playback von einem Ghostproduzenten zurück mit meiner Chorus-Idee Alles tut www und fragte mich, was wohl in den Strophen passieren könnte.
Ich erzählte ihr von dem Stück, sie wurde neugierig, ich schickte ihr das Playback und einen Tag später bekam ich diesen fertigen Track zurück. Herausgekommen ist dieses wundervoll bizarre Stück GenZ-Pop. 100% Tik-Tok-Kompatibel. Alles tut www.
Hier das Video im handy-praktischen Vertikal-Format:


Pop-Connaisseure, die sich in der Regel eher für die Genres aus der Vergangenheit interessieren, weil sie sich da eben so gut auskennen, werden hoffentlich auch ein paar Songs für sich auf dem Album finden. Diesen housy-Pop-Tune über den sündhaft teuren Einkauf im örtlichen Bioladen vielleicht?!


Das Vinyl im Gatefold-Cover von Markus S. Fiedler gestaltet ist übrigens auf 300 Stück limitiert. Davon erscheinen 100 Stück im mintfarbenen Vinyl das exklusiv bei der Hanseplatte zu beziehen ist. Ein echtes Sammlerstück.
Leider hat sich die Produktionszeit etwas verzögert, es wird aber garantiert bis Ende Mai ausgeliefert. Hier könnt Ihr vorbestellen. Vorfreude ist bekanntlich auch des Vinyl-Junkies liebste Freude:
https://shop.hanseplatte.com/paypalpop-limitiertes-mint-farbenes-vinyl.html

Apropos Auskennerpop. Wir freuen uns auf unserem Sublabel Fun in the church, den großartigen GIO unter Vertrag genommen zu haben. Wer etwas für Italo-Pop übrig hat, oder die Alessi Brothers, oder Hall & Oates, aber auch den guten Songs von sagen wir Whitney Houston oder Phil Collins nicht widerstehen kann, erlebt hier neuen bigger than life Pop aus Cologne. Das Album erscheint im September! Hier kommt die erste Single Mirrors & Smoke. Mit Charlotte Brandi UND Kat Frankie als Background-Sängerinnnen! Wow!


Und endlich! Ende Mai erscheint das Album von Ozan Ata Canani:
https://www.br.de/mediathek/video/ata-canani-und-sein-neues-album-warte-mein-land-warte-av:60888416200ef50007702562

Was Neues von Rolf Blumig und dem Debüt-Track von Vaovao aka Hanitra Wagner.
Und ne neue Single von Zwanie Jonson!
Und Wolfgang Perez!
Und die neue Fehlfarben...

Kinder, hier ist was los!
Wünschen Euch allen ein schönes Wochenende.

Euer:
Staatsakt in the church.

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Aufmerksamkeit❗️

staatsakt. 04/2021



Es geht voran. Im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis häufen sich die Impfmeldungen. Natürlich eine langweilige Meldung. Das Impfchaos zuvor brachte weitaus mehr Aufmerksamkeit auf allen Kanälen. Aber spätestes, wenn in unseren Timelines aktuelle Bilder aus Indien auftauchen, wird uns allen schlagartig schon wieder ganz anders.
Unterdessen diskutieren selbsternannte Opinion-Leader für uns öffentlich ihren Freiheitsbegriff. Ja, wie solidarisch kann ihr Ego unkommentiert leben, ohne als kritisches Individuum gar nicht mehr wahrgenommen zu werden.


Dream on!

Wir im Hause staatsakt waren die letzten Wochen glücklicherweise sehr damit beschäftigt zusammen mit International Music und allen Beteiligten den Ententraum zu träumen.
Ein tolles Album. Psychedelisch, humorvoll und fordernd! Könnten hier endlos viele Adjektive aneinanderreihen. Der Ententraum aber bleibt – so viel ist sicher - das Enigma des Pops im Jahr 2021.

Ein Anspieltipp, der von der Misere und den unüberwindbaren Hürden zwischenmenschlicher Kommunikation handelt, uns aber trotzdem glücklich macht:


From Brasil with love

Ähnlich wie diese Band, die heute auf unserem outernational Sublabel Fun in the church erscheint: Die Os Barbapapas aus Sao Paulo in Brasilien.
Dass dieses Album überhaupt heute erscheint ist tatsächlich der Pandemie geschuldet. Und hat auch mit einem Ententräumer zu tun. Denn Pedro von International Music recherchierte letztes Jahr für seine hörenswerte Radio-Sendung Bossa Brasil auf Byte-FM über die gegenwärtige Szene in Sao Paulo und er fand im Netz diese traumhafte Band.
Er teilte diesen erstaunlichen Fund mit uns, und auch wir waren sofort verliebt.
Eigentlich wollten die Os Barbapapas in ein Studio gehen, um dort gemeinsam ihr Debüt-Album aufzunehmen, aber das musste aus bekannten Gründen erstmal abgesagt werden.
Stattdessen arbeiteten sie zuhause an kleinen Miniaturen, die sie sich gegenseitig hin- und herschickten um sie weiter zu bearbeiteten und zu variieren.
Sie spielten uns schließlich einige dieser Stücke vor und wir ermutigten Sie, diese Tracks unbedingt fertig zu produzieren und here we are: Ihr erstes Album DooWooDooWoo erscheint heute auf Schallplatte und digital.
Die Band hat in der Zwischenzeit tolles Videomaterial produziert. Wer Lust auf einen 30minütigen Trip zwischen Tropicalismo und Exotica hat, fühle sich bitte herzlich hierhin eingeladen:


Yours truly

Ebenfalls auf der weltweiten Musik-Baustelle Internet unterwegs war in den letzten Monaten der Schreiber dieser Zeilen. Ich habe mit Produzenten aus der ganzen Welt ein Album produziert, das den Titel PayPalPop trägt und sich grob umschrieben mit urbanem Pop & Plattformkapitalismus beschäftigt. Das klingt jetzt komplett spaßbefreit. Das Album ist aber Big Fun. Diese Nummer hier habe ich mit einem Produzenten aus Kenya fertig gestellt. Es wurde geschrieben am Black Friday im November 2020 unter Lockdownbedingungen. Ein grauenhafter Tag. Ein Leben zwischen RKI-Dashboard und der geballten Marketing-Power aller Online-Händler:Innen. Die komplette Hölle!
Eine kleine Zen-Meditation im Urban-Afro-Vibe:


Mein Album erscheint am 14.05. auf Schallplatte und digital.
Ich werde jetzt schon von diversen Menschen dafür gehasst, dass dem physischen Produkt kein Download-Code beiliegen wird. Auch wenn gar nicht drauf steht, das überhaupt einer drin steckt... Naja, der Vinyl-Sammler ist ein Gewohnheitstier.
Und ich gerate mit der Grammatik und den Zeiten durcheinander.

Horst?! Nee, Rolf!

Zurück zum Tagesgeschehen: Es war natürlich auch für uns sehr spannend und hoch unterhaltsam zu sehen, wie sich Armin und Markus für uns alle zum Horst gemacht haben. Wir möchten an dieser Stelle aber dringend nochmal unsere Rolfie empfehlen, der sich hier für uns alle zum Martin macht:


Wenn Nichtseattle, was dann?

Sehr viel Vergnügen bereitet uns gerade auch die bezaubernde Künstlerin Nichtseattle, deren kommendes Album gerade von Olaf O.P.A.L. zu Ende produziert. Weil Kathi Kohlmann, der Frau hinter Nichtseattle, gerade zwischendrin auch mal langweilig ist, haut sie schon mal so herzliche kleine Lyrik-Videos heraus, die uns berühren.


Ja, Panik im Bureau B

Wo wir gerade im Lyrik-Fach angekommen sind. Der große Dichter und Musiker Andreas Spechtl und seine Gruppe Ja, Panik veröffentlichen heute ihr 6. Studioalbum. Zwar nicht auf unserem Label, sondern bei den Kolleg:innen von Bureau B, aber wir fühlen uns für immer mit ihnen verbunden. Also mit Ja, Panik.
Alte Liebe rostet nicht, sagt der Volksmund.

Hier ihr aktuelles Video. Schon wieder Internet. On livestream.


Wenn nicht hier, Woanders?

Ein letzter Tipp für Morgen: Das Woanders-Hörspiel läuft zum Tag der Arbeit nochmal auf Deutschlandfunk Kultur zur Prime-Time:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/hoerspiel-des-monats-woanders.3692.de.html?dram:article_id=494416
So, also wenn Ihr all den Links, die in diesem Newsletter stehen folgt und sie von Anfang bis Ende durchschaut bzw. anhört, quasi diesen Newsletter bingt, dann sind es allein auf diesem Kanal über 2 Stunden gute Unterhaltung. Wobei, Moment, allein der Ententraum dauert ja schon 64 Minuten....

Naja, so oder so: Wir danken Euch ganz herzlich im Namen aller Künstler:innen für Eure Aufmerksamkeit!

Euer:
Staatsakt.

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Françoise Cactus

1964 - 2021

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Impformation

staatsakt. 03/2021



Nun, vielleicht ist ja alles ganz einfach: Wir Deutschen sind eben kein solidarisches Volk. Die Maxime lautet nach wie vor: Jeder für sich, Gott für uns alle.
Und damit ist für die meisten Deutschen selbstverständlich nur der christliche Gott gemeint. Und für das Fußvolk ohne Konfession haben wir die Sozialdemokratie erfunden.
Wie viele Menschen allein in unserem Umfeld gerade die Koffer für ihre Reise in Richtung Schweiz packen, ist mindestens erstaunlich. Erstaunlich unsolidarisch.
Aber, klar: Die Ansteckungsgefahr in so einer kuscheligen Berghütte in den Schweizer Alpen ist überaus gering, aber darum geht es jetzt eben nicht.
Die Partypeople auf Mallorca halten die Ansteckungsgefahr dort auf der Insel nämlich für genauso gering. Und die Leute in ihren Großraumbüros sowieso.
Und wenn nicht: Dann passiert es halt! Ja, was will man da schon groß machen?!

Die zentrale Frage sollte doch eigentlich gerade lauten, wie wir gemeinsam aus der ganzen Scheiße hier wieder rauskommen! Aber es steht zu befürchten: Der Zug ist abgefahren. Hinter dem Schauspiel mit Maske auf politischen Bühnen zwischen Europaparlament, Bundestag, Landtagen und Stadträten setzt ein Großteil dieser Bevölkerung scheinbar längst auf Durchseuchung mit Abstandsregeln featuring Impfung und Schnelltest – nur eben ohne ausreichend Schnelltests und Impfstoff. Das habe Sie nicht verstanden?!
Wir leider auch nicht.
Erst wenn die Intensivstationen übervoll und wohlmöglich mehr und mehr Kinder und Jugendliche im Koma liegen, werden Jens Spahn und seine Landesminister:innen-Allstars eine Art Superlockdown verkünden. So lange heißt es weiter: Click and pick, Knall und Fall, ja Lull und lall.
Allein dass die Bundesregierung erst jetzt über ein Auslands-Reiseverbot diskutiert, ist mindestens eine Beleidigung. Anders gefragt: Wie lange haben sie dazu Zeit gehabt?!
Naja, die Nationalmannschaft fängt ja auch erst dieser Tage damit an, kritisch über den WM-Austragungsort Katar nachzudenken. Es dauert halt alles seine Zeit.

Aber, klar: Auch wir freuen uns jetzt erstmal, dass die Lammfleisch-Versorgung zum Osterfest reibungslos über die Bühne gehen wird! Das ist doch die wahre Osterruhe.

„Läuft!“, wie der Teenie vom Sofa aus kommentiert!


Super!

Die legendäre Postpunk-Band FEHLFARBEN hat ihre ganze Wut und die Irritation dieser Zeit und ihren Verantwortlichen zwischen Politik und Wirtschaft in einer Song gepackt und ihn kraftvoll Supergen genannt. Hier singt eine Band aus Perspektive einer vulnerablen Gruppe: „Impf mich!“. Aber nicht nur gegen Covid-19 und seine fleißigen Mutanten:innen, sondern gegen alles andere gleich mit!


Ein Traum!

International Music bringen uns mit Misery die dritte Single aus dem am 23.04. erscheinenden Doppel-Albums Ententraum.
In diesem Song wird das babylonische Sprach-Gewirr besungen. Ja, wenn wir gerade allein die Übersetzungsproblematik und Verständnisprobleme von Berlin bis nur Brandenburg live mitbekommt, oder von Berlin nach Brüssel, dann mag man über Brüssel-Moskau oder Brüssel-Peking gar nicht weiter nachdenken. Naja, wie schön das wir diese ganze Misere längt aus dem Privatleben kennen. So sind wir im Laufe unseres Lebens alle ausgewiesene Expert:innen des Unaussprechlichen geworden.


Much Love!

Von Misery zu Mieke Miami. Von Essen nach Luckenwalde in Brandenburg. Hier lebt und musiziert Mieke Miami, die in Hamburg geborene Sängerin, Songwriterin und Saxophonistin mittlerweile. Sie bringt im Juli auf unserem Sublabel Fun in the church ein tolles Album zwischen ESG, Acid-Jazz-Kaleidoskop und Joni Mitchell-Folk heraus. Also schöner wird der Sommer 2021 garantiert nirgendwo. Listen to Brandenburg Soul!
The Ambassador Of Love heißt ihre erste Single, die uns alle auf ihren tollen, süchtig machenden Vibe auf Montecarlo Magic einstimmen soll:


Naja, die einzige Hoffnung dieser Tage scheint ansonsten darin zu bestehen, dass der Kapitalismus unbedingt seine lebendigen Kosument:innen braucht.

Aber mal ganz dumm in die Runde gefragt: Brauchen wir als Konsument:innen diesen unfähigen Kapitalismus noch?!

Frohe Ostern!

Euer:
Staatsakt.

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Die neue Pop-Inzidenz

staatsakt. 03/2021



Ok. Wir fassen wir einmal kurz zusammen: 50 ist die neue 35, dabei aber auch nur ein Weg zur 100 als „alternative“ 50er Inzidenz – Mit Schnelltests.

Die Strategie lautet – neben schleppender Impfungen und den bewährten AHA Regeln - also wieder „testen, testen, testen“. Nur das es damals, also vor ungefähr einem Jahr, irgendwie nicht so richtig hingehauen hat mit dem Testen. Naja, heute auch noch nicht, aber sicher ganz bald. Und auch wenn so ein Antigentest in der Woche keine 100% Sicherheit bietet (fragt doch bitte einmal alle aktiven Schau- oder Fussballspieler:innen!) – also, nicht einmal zwei Tests die Wochen würden das - gibt es leider doch nur einen Schnelltest pro Person die Woche für umsonst.

Dafür können wir ab dem 06.03. aber mit Schnelltest bei Aldi rechen. Und sie werden sicher nicht der einzige Discounter sein, der die Dinger verkloppt...
Somit haben wir uns in Deutschland also ein für alle mal von der Idee „Zero Covid“ verabschiedet. Weil so und so viel Prozent der Bevölkerung einfach keinen Bock mehr auf die Maßnahmen haben, die es ja „sowieso nichts bringen“ und weit über 50% eh die ganze Zeit stinknormal ihrem Job nachgehen.... Lässt sich halt alles nicht mit unserer Idee von Freiheit - also Geld und Arbeit vereinbaren so eine Lockdown-Logik.

Nun, wir sitzen hier gewisser Weise im Homeoffice auch in einem Popglashaus der ewigen Produktivität (don’t cry – work!) und dürfen also nicht wirklich mit Steinen schmeißen! (Tun es natürgemäß trotzdem!)

Das Streaming- und Mailordertonträgergeschäft läuft nämlich gerade wie bescheuert. Ein Presswerktermin ist mittlerweile schwerer zu bekommen, als einen beim Hautarzt oder zur Magenspiegelung.

Sowieso: Wir sind es längst gewohnt, ewig in der Wartehotline zur schlechten Pausenmusik verrückt zu werden. Aber unser Glaube an die Götter in weiß ist natürlich trotzdem ungebrochen!



Klingt Blumig

Wir haben diese Woche frech und frei die ersten Aufnahmen von Rolf Blumig (wieder-)veröffentlicht. Liebe lohnt sich heißt das Album. Hat er im zarten Alter von 20 Jahren ganz allein und verlassen in der Küche aufgenommen. Unser Newcomer des Jahres!

Auch wenn er mittlerweile schon 24 Jahre alt ist. Das Album ist überall streambar. Und erscheint ganz bald als limitiertes Tape. Ein sehenswertes Video gibt es auch:




Für immer offiziell

Sehenswert ist definitiv auch das neue Video von Die Kerzen. Sie haben im Hochformat eine Art Nagelstudio-Massagesalon-Karaoke-Bar-Tattoo-Studio im Internet eingerichtet.

Ihr Song Für immer möchten wir für immer in der Kneipe ums Eck aus der Jukebox tönen hören. In unseren süßesten Träumen.


Empowerment

Von rot zu blau: Heute erscheint auf unserem super Sublabel Fun in the church die neue Single der Burka Band! Ja, genau, die postpunkige Popgruppe aus Kabul.

Der Hit aus Afghanistan zur globalen Maskenpflicht, wenn man es einmal sarkastisch ausdrücken möchte: I care for you

Nun, eine Burka ist bekannter Maßen ein Kleidungsstück der Unterdrückung der Frau. Die Burka Band dreht den Spieß aber um und nutzt die Verkleidung zum feministischen Empowerment! Denn Frauen aus Afghanistan dürfen natürlich keine kritische Popmusik öffentlich aufführen.

Die Burka bieten ihnen also Schutz, ihre Identität zu verschleiern – um für uns alle solch tolle Songs zu veröffentlichen:


Es gibt 100x 7“-Vinyle im blauen Vinyl, exclusiv bei der Hanseplatte oder im Bandcamp-Shop unseres Labels zu erwerben. Die Wertsteigerung ist wahrscheinlich unermesslich. Auf der B-Seite befinden sich die Songs No Burka! und Burka Blue, und somit sind erstmalig alle bisher veröffentlichten Burka Bands Songs auf einem Tonträger versammelt.

https://funinthechurch.bandcamp.com/album/i-care-for-you

Chefsache

Der Schreiber dieser Zeilen hat inzwischen auch eine neue Single rausgebracht. Er kann wohl auch nicht die ganze Freizeit über nur Serien oder Geisterspiele wegglotzen.
Das Ladekabel heißt der Song und beschreibt die Krise, die Paare heute durchleben, wenn pro Person nicht genügend Ladekabel für die Telefone im Haushalt vorrätig sind.
Hier eine interessante Liste. Handys Pro-Kopf:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Länder_nach_Anzahl_an_Mobiltelefonen

In Deutschland also 134 Handys pro 100 Einwohner. Tja, aber eben nicht genügend Ladekabel!
„Weil die eben alle Sollbruchstellen eingebaut haben“, sagt der Opa! Die Oma auch...
Ach, so.. Hier kommt der Song mit tollem Lyric-Video von Markus S Fiedler:


Das Album PayPalPop, auf dem dieser Tune auch mit drauf ist, erscheint am 14.05.2021 - auch als limitiertes farbiges Vinyl. Ebenfalls bei der Hanseplatte exklusiv vorzubestellen. Mintfarben. Limitiert auf 100 Stück. Lest bitte unter dem Artikel unbedingt auch alle Hintergründe zum Album - ausgezeichnet zusammengefasst von meinem geschätzten Kollegen Markus Göres:

https://shop.hanseplatte.com/paypalpop-limitiertes-mint-farbenes-vinyl.html

Das Album ist voller Hits. Versprochen.

Wir lesen uns nächste Woche wieder.
Die Gruppe Isolation Berlin will Nina Hagen nämlich zu ihrem 66. Geburtstag mit einer neuen Single gratulieren.

Bleibt bitte in Sicherheit!

Euer:
Rechenschieber.

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Gestern und heute, hier und woanders

staatsakt. 02/2021



Ich erinnere mich in letzter Zeit oft zurück an meinen Zivildienst im Pflegeheim, Mitte der 90er Jahre in der westfälischen Provinz. Mein erster Arbeitstag begann an einem Montagmorgen um 6:30 Uhr. Ein gewisser Herr Kirschner musste mich damals dort einarbeiten. „Willkommen bei Leben & Tod GmbH und Co. KG“, ja, das waren tatsächlich seine ersten Worte an mich, und sie sind mir bis heute in tiefer Erinnerung geblieben.

Aber auch das immer wiederkehrende Mantra einer alt-ehrwürdigen Dame, mit der ich oft Spaziergänge mache durfte, hallen bis heute in mir nach:
„Alles geht vorbei, auf jeden September folgt ein Mai...“.

Am vergangenen Aschermittwoch ist Françoise Cactus von uns gegangen. Eine der tollsten Künstler:innen, der ich je begegnet bin. Und obwohl ich ihren Tod noch gar nicht richtig fassen kann, geht es hier weiter. Natürlich geht es weiter. So wie es immer weiter geht. Irgendwie.

Woanders


Und tatsächlich gibt es gerade auch einen wirklich schönen Grund weiter zu machen, schließlich erschien bereits letzten Freitag Woanders von Masha Qrella.
Dieses tolle Album, auf das wir seit Monaten hingefiebert haben. Auf diese wundervollen Brasch-Vertonungen, die sicher nicht nur uns ein wenig über den Schmerz und die Trauer dieser Tage – und weit darüber hinaus - hinweghelfen werden.


Ein Traum

Und International Music melden sich auch schon wieder zurück mit ihrer zweiten tollen Single samt Video aus ihrem kommenden Album Ententraum.
Mensch, die waren doch noch Kinder, als damals das erste Stereo Total Album Mitte der Neunziger erschienen ist.


Selten waren sich ABBA und La Düsseldorf so nahe wie in diesem Song.

Intermission

Zwischendrin der tägliche Blick auf das RKI-Dashboard. Statistiken über den Tod. Und das Errechnen von Chancen und Möglichkeiten was den weiteren Verlauf dieser Pandemie zwischen Mutante und erneute Kita- und Schulöffnungen angeht.

„Willkommen bei Leben & Tod GmbH & Co. KG“, das hätte der alte Kirschner wohl auch dazu gesagt. Er ist aber schon vor vielen Jahren von uns gegangen. Tja, wie formulierte es der liebe Cactus-Freund Andreas Dorau einst für immer und ewig so treffend:
Ärger mit der Unsterblichkeit.

Aber da bin ich mir heute wirklich sehr sicher: Die Lieder von Françoise werden bleiben! Sie strecken uns und unseren Kindern für immer und ewig liebevoll und frech die Zunge raus.

Wieder Woanders

Ja, so spielt sie die Musik. Und wir immer irgendwo mittendrin uns nicht selten nach einem „Woanders“ sehnend.

Aber dieses „Woanders“ meint in Wirklichkeit gar keinen anderen Ort, sondern vor allem andere Lebensumstände.

Es ist kein Woanders des Tourismus. Es ist kein Luxus-Woanders. Es ist ein Woanders des Miteinanders. Ein Woanders der Solidarität. Und nicht das Leben von Angst-besetzter Besitzstandswahrung, dass dieses eine unsere Leben in Gewinner:innen und Verlierer:innen teilt. Auch davon wusste Francoise zusammen mit ihrem wundervollen Partner Brezel Göring ein Lied zu singen. Und Thomas Brasch. Und Masha sowieso. Und International Music tragen ihr Herz auch am rechten Fleck. Das spürt doch jeder Mensch sofort, der ihre Musik nur für eine Sekunde an sich heranlässt...

Mach’s gut Françoise! Wir werden Dich alle schmerzlich vermissen! ❤

Ich setze mich jetzt zusammen mit International Music und Masha Qrella an die virtuelle Spree und wir blicken gemeinsam in die Sterne.

Tipps

Am Schluss noch zwei Radio-Tipps: Heute Abend um 21:00Uhr spielt Brezel Göring in Die Sendung auf Radio Eins ein paar Lieblingslieder von Françoise:
https://www.radioeins.de/programm/sendungen/die_sendung/aktuell/francoise-cactus.html

Und morgen Abend gibt es ein Hörspiel zu Masha Qrellas WOANDERS Album im Deutschlandfunk um 22:03 Uhr:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/hoerspiel-einsamkeit-als-politisches-moment-woanders.3684.de.html?dram:article_id=488907

Euer: Staatsakt.

staatsakt

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