Paradise Papers und November Rain

staatsakt. 11/2017


Mit welcher Abgebrühtheit man doch als braver Bürger mittlerweile Informationen wie die gut recherchierten Paradise-Papers wegsteckt. Tja, ist halt so, die da oben bescheißen und nach unten wird getreten. Viel wichtiger: Wie läuft es bei Borussia Dortmund?! Schafft es Boris Becker mit Pokerspielen aus der Krise? Und wie sexuell gestört ist eigentlich die Jugend in Japan?

In Deutschland hört die Jugend Trap von Trettmann oder RIN, in dem in aller lasch-abgeklärten Shee-Sha-Ness die Sätze schon lange nicht mehr ausformuliert werden. Eine Musik, in der Vokale mitten im Satz wie Rauchkringel am Himmel zerplatzen.
„Ist doch eh alles klar“ denken sich die jungen Leute: Das Leben ist überkomplex und manchmal übernice und etwas Besseres als den Tod findest Du überall. By the Highway: Hat irgendwer meine Papers gesehen?!


Jazzmusik


Und krass! Vor 28 Jahren fiel die Berliner Mauer. Als die noch stand, war die Welt weitaus einfacher zu begreifen: Das Böse war einfach auf der anderen Seite angesiedelt.
Scheiß Kapitalismus!
Oder Kommunistenpack. Je nach dem auf welcher Seite man stand.

Ich bin außerdem an der Holländischen Grenze groß geworden. Die Holländer waren damals Schuld an allem, wofür die Kommunisten einfach zu weit weg waren.
Später wurden die Grenzen dann aufgehoben. Seitdem ist Europa Schuld, woran vorher die Holländer Schuld waren. Die Russen sind heute vor allem Schuld an den gestiegenen Butterpreisen. Aber seit Trump der US-amerikanische Präsident ist, ist den meisten Deutschen Putin sympathischer. Sind die Amerikaner jetzt eben auch noch Schuld. An Jazzmusik zum Beispiel.

Und die Holländer? Die kassieren fleißig Lizenzgebühren, weil jede Marke sich dort wegen der Steuervorteile lässig niederlässt. Sogar die Rolling Stones. Sind also Schuld an globaler Steuerflucht! Die Rolling Stones? Klar, it's a gas, gas, gas!

Aber Steueroasen sind wichtig für den Kapitalismus sagen die Finanzexperten.
Wie soll man sonst sein Vermögen sichern und vor Räubern und Fiskus sichern?! Das leuchtet ein.
Gefängnisse sind ja auch wichtig. Wo soll man sonst mit den Verbrechern hin?


November


Die Berliner Band Klez.E veröffentlicht morgen, also heute, weil Sie werden diesen Newsletter erst morgen lesen werden, ein Doppel-Live-Album mit dem schönen Titel November.

November handelt von der Erkenntnis ewiger nietzscheanischer Wiederkehr; das aber als Kinder des Ostens. Also auf der anderen, roten Seite, groß geworden, dann als junger Mensch an die Verheissungen des Kapitalismus geglaubt, voll drauf reingefallen und schließlich als Nihilist im Rock & Popgeschäft gelandet. Here we are!

Mit einem Faible für die New-Wave und Gothrock-Bewegung der Achtziger Jahre spielten Klez.E zu ihrem Album Desintegration beeindruckende Konzerte.
November ist Dokument dieser Zeit und weist den Weg in Richtung anstehender Tour.
Mit dieser Platte kann der Geist eines Livekonzerts auch zuhause durch die Ritzen des Bewusstseins dringen. Ganz ohne Internet. Als praktische Doppel-CD.
Spielt also etwa zur gleichen Zeit, in der auch Stranger Things spielt.


Am Montag beginnt bereits die Karnevalszeit. Und morgen ist St.Martin.
Der hätte diesen Beitrag geteilt! ⚔️

Eure: Share Holder.

© Copyright 2006 - 2017 staatsakt.

Wenn die schönste Zeit die Jugend ist, ist sie vorbei 😶

staatsakt. 11/2017


Wer diese Zeile kennt und weiß aus welchem Song unseres reichhaltigen Repertoires sie ist, gewinnt einen Keine Bewegung 2 Vinyl-Sampler, der heute erscheint. Vinyl gleich doppelt zum Anfassen!

Na? Dämmert’s schon...?!
So oder so erscheint heute wie im Verlosungssatz schon erwähnt der zweite Teil der Keine Bewegung Reihe. Teil 1 ist längst ausverkauft und begehrtes Sammler-Objekt, weil einfach die geilere Pisse drauf ist. Also von Schnipo Schranke.
Sieht die Band natürlich anders, wir naturgemäß nicht.
Beef? No way. Auch in dieser Ausgabe sind Schnipo Schranke wieder dabei mit ihrem Betthüpferl-Chanson Wenn der Vorhang fällt.
Wir finden die Band ist bei Buback sehr gut aufgehoben, allein weil die beiden Schnipos Hamburg so viel geiler findet als Berlin. Die Zeit fragt sich auf dem aktuellen Titel, warum in Berlin nix funktioniert und trotzdem alle hin wollen.
Wir finden ja eigentlich die Karibik am geilsten, müssen uns aber den ganzen Tag um Nischenmusik aus Indiehausen kümmern.
In der Provinzversammlung Deutschland. Wagenknecht-Style.
Schöne Grüße aus der ewigen Pop-position!

Na, wer ist denn alles dabei und so?
Mach uns Deine Ware schmackhaft, Apfelmann!
Wir wollen überzeugte Käufer sein!

Easy, Leute! Grafik-Guru-Guru-Guru Markus S. Fiedler hat uns extra eine Site eingerichtet.
Ja, habt ihr mitbekommen wie lässig ich einfach Site geschrieben habe, und meinem Satz mit nur einem 'E' weniger jugendlichen Swag verliehen habe?
Nice, oder?!

Hier jedenfalls die Homepage (Digi-Opa zurück im Text!), mit Tracklist, Cover, Video-Collection, Keine-Bewegung-Festival-Buy-Links und, und...
http://keinebewegung.net

Das Produkt kauft man Achtziger-mäßig im Plattenladen. Als Postpunk noch nicht bei Stranger Things lief, sondern im Partykeller der Eltern! Als die nämlich mit dem Kegelklub einen Wochenendausflug in den Taunus gemacht haben: Sturmfrei! Whip it!

Das durchaus postpunkige Produkt erscheint als Doppel-Vinyl mit Downloadcode und ist wie Ausgabe Eins auf 1000 Einheiten limitiert. Das schneeweiße Vinyl darf als Falco-Tribut verstanden werden!

Euer:
St. Martin Luther King.

PS: Kicks, die neue flashige Single von Isolation Berlin ist leider nicht mit drauf, dafür aber hier drin:


© Copyright 2006 - 2017 staatsakt.

Mit Industriesauger durch den Herbst 🍂

staatsakt. 10/2017


Es tut uns leid, dass Maurice und die Familie Summen ihre Termine in Frankfurt und Köln auf den Frühling verschieben mussten. Vor allem in Köln, wo doch dort seit ein paar Jahren mit PeterLicht, Locas in Love und Albrecht Schrader seit Jahren eine kleine, feine Staatsakt-Zelle heranwächst. Neue Termine werden ganz bald bekannt gegeben!

Auch mit Industriesauger-TV aus Köln verbindet uns nun schon eine mehr als 15-jährige, kreative Freundschaft. Etwa das legendäre Die Türen-Video zu Drinnen ist wie draußen (nur drinnen).
Oder Bonapartes Computer in Love - von den drei fantastischen Der Mann Videos ganz zu schweigen.

So freut es uns heute gleich zwei Videos von Industriesauger-TV auf einen Schlag zu präsentieren. Den Anfang macht das Video zu Der Zustand von Albrecht Schrader.

Eine Transformationsarbeit. Der Frühling als Erweckungsmoment im Wissen, dass schon ein gutes halbes Jahr später wieder alles verwelkt sein wird.
Die ewige Wiederkehr. Und der Mensch ständig darum bemüht, die guten Momente festzuhalten.

Und zack wären wir auch schon in Fragen des Buddhismus gelandet, dabei wollten wir Euch doch nur dieses Video zeigen:


#Bock

Auch das zweite Video ist von Sebastian Kaltmeyer aus dem Hause Industriesauger-TV.
Und zwar zu Maurice & Die Familie Summen feat. Ill Till - #Bock.

Prokrastination ist hier das Thema, was ja gewisser Weise ja auch nur der verzweifelte Versuch ist, im Hier und Jetzt zu verweilen! Den Zustand so lange auszukosten, wie nur eben möglich:
Bloß keinen Stress.

Ist der Prokrastinations-Mensch also am Ende auch nur ein verhinderter Buddhist, der sich danach sehnt im Zustand der Welt zu verweilen?! Ja, alles fließen zu lassen und bloß darum fast zwanghaft nur nicht an Morgen denkt?!

Und zack, wären wir an dieser Stelle auch schon fast bei der „Jamaika-Koalition“ gelandet.

Da ist eine gewisses Chill-Momentum ja bereits im Namen angelegt... Klar, Wunschvater Spliff ist hier der Vater der Gedanken, aber egal: Wir wollten ja auch nur dieses Video zeigen...


Saurus

So oder so: Maurice & die Familie Summen spielen heute und morgen Abend im Golden Pudel Club (heute mit DJ Dr.Dr. Penis aka Gereon Klug und morgen mit Booty Carrell).

Am Freitag dann endlich im Festsaal Kreuzberg, zusammen mit Erfolg und dem besten Damenchor aller Zeiten. Die 10-köpfige Band ist in sehr guter Form und macht extrem viel #Bock!

Und ach, noch ein schöner Doppler zum Thema Momentaufnahme und Köln (Ja, der Dom hat nicht umsonst zwei Spitzen): Die Band Locas In Love bringt am Freitag Ihr Album Saurus nochmal als aufwändige Vinylausgabe heraus, mit Buch und allem was dazu gehört zum 10-jährigen Saurus-Jubiläum. Richtig so. Man muss die Feste feiern wie sie fallen...

Euer:
Motivations- und Zustandszentrum Prenzlauer Berg.
(MUZZPB)

© Copyright 2006 - 2017 staatsakt.

Wie ich mein Glück in Bmerica fand

staatsakt. 10/2017


Ich weiß gar nicht was ich schreiben soll. Außer das ich glücklich bin.
Sicher, sich am Glück abzuschreiben ist nicht besonders ergiebig. Literatur handelt selten vom Glück. Und wenn sie vom Glück handelt, dann meist nur deshalb, damit es dem Protagonisten wenige Kapitel später wieder aus den Händen gerissen wird.

Als Labelbetreiber schreibt man seine Newslettertexte sowieso immer nur zwischen dem Rest einem übrig gebliebenen, wie auch immer geartetem, unglücklichem literarischem Mitteilungsbedürfnis und Werbetext. Zugegeben kein besonders glücklicher Zustand für Literatur. Bestenfalls wird es am Ende eben ein schmissiger Werbetext. Etwas schmissiger, weil persönlicher als die Konkurrenz vielleicht. Wenn alles gut läuft. Ein glückliches Ende nimmt.
Aber meist bleibt vor allem der Kaufappell, den man behutsam zwischen seinen Zeilen versteckt, auf der Strecke.
Die wenigsten Alben verkaufen sich so gut, dass man wirklich von Glück reden kann. Aber als Musiker ist man ja bereits glücklich, wenn man einen Song geschrieben hat, ihn aufgenommen und auf Vinyl gepresst und in seinen Händen hält.
„Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit“, hat Andreas Spechtl mal zart zitiert. Weiß gar nicht mehr woher. DMD KIU LIDT jedenfalls das Akronym für diesen schönen Satz.
Für Musiker_Innen ist die Manifestation des Kapitalismus aber nicht selten ein Album.
Die Vergewisserung der eigenen Arbeit in einem bestimmten Lebenszeitraum. Das Annähern an eine diffuse Wahrheit tief in uns drinnen, kurz mal angezapft, an die Leine genommen, sie in den Händen gehalten, gespürt, ein Lied davon gesungen und... Wieder futsch!


Pokal

Aber das schöne am Albumformat ist es ja gerade solche Momente weiter auszuformulieren, sie festzuhalten, sie Moment für Moment aneinanderzureihen.
Auch wenn das Konto am Ende leer ist und der Körper nicht mehr in Saft und Kraft steht, weil hoffnungslos ausgebeutet:
Das Album steht im Regal, wie ein Pokal.
Ein besonders schöner Pokal.
Auch wenn einem Pokale überhaupt nichts bedeuten.

Nun, ich habe mit Hilfe meines musikalischen Nachbarn Michael Mühlhaus und dem Produzenten Olaf O.P.A.L. eine Popplatte aufgenommen.
Pop im Sinne von funky Popmusik, aber auch in Haltungsfragen eine funky Popmusik. Wie James Brown auch mal Haltungsmusik ist und war. Oder die Redskins.
(Mir neulich zufälliger Weise mal wieder im Netz begegnet, die Redskins: Ja, eure Vorfahren waren tatsächlich einmal marxistische Soulbrothers, ihr tumben Naziskins!).

Drei Jahre haben wir jedenfalls daran rumgeschraubt, und von den Türen über Seeed bis Kante tolle Studiomusiker*Innen gefunden, die Lust dazu hatten uns für einen Apple und ein I musikalisch zu unterstützen.
Flacher Gag, ok, gebe ich zu. Lass ich trotzdem drin.


BMERICA

Nun halte ich BMERICA endlich in den Händen und es erfüllt mich mit Glück, auch weil ich mich an jede Hürde erinnern kann. An drei harte Winter, aber auch an drei genauso schöne Sommer. Und die ganzen Zeit und die Gefühle dazwischen.

BMERICA enthält 10 Lieder über ein schnelles Leben der Zwangsindividualisierung wie -digitalisierung sämtlicher Bereiche.

Lieder über das Leben auf unserem (vermutlichen) Heimatplaneten und den sehnsuchtsvollen Blick in die Sterne.
Into the great wide open, um an dieser Stelle den wundervollen Tom Petty zu zitieren... Ja, nicht von seiner besten Platte, jaja, mich hat das damals aber berührt, das Lied... Was?

Ach, schmeiß doch bitte jemand diese Nerds hier raus...

Wer sich mit der Entstehungsgeschichte dieses Labels, unserer Haus- und Hofband Die Türen und der grundsätzlichen Haltung hinter diesem Gespenst auskennt, der sollte sich BMERICA unbedingt zulegen (hanseplatte, amazon, itunes, spotify).
Denn es handelt in gewisser Weise auch von Euch.


Danke

Ich möchte mich an Ort und Stelle bedanken bei allen MusikerInnen auf BMERICA, bei meiner Familie vor allem meiner Frau fürs ewige Rückenfreihalten, bei Chrigel Farner für die tolle Gestaltung, bei Markus S. Fiedler für die freundschaftliche Unterstützung, bei Markus Göres und Henrietta Bauer fürs Ladenzusammenhalten, bei allen Staatsakt-KünstlerInnen für die Geduld, wenn man mal nicht im Büro weil im Studio war, bei Olaf O.P.A.L. für die spitzen Zeit, bei Simon „Einhorn“ Frontzek für die Studioraumzeit, bei Omega-Jan fürs weben, bei der DQ-Agency fürs Vertrauen und bei Dir, treuem Newsletter-Leser, treuer Newsletterleserin für all die gemeinsam gelöffelten Buchstabensuppen. Bei allen alten und den neuen Türen, bei allen westfalen Funkateers, bei der Gruppe Oil, bei Yannick Riemer, Niklas Weise, Sebastian Kaltmeyer und Dietrich Brüggemann für ihre wunderbaren, visuellen Ideen und vor allem die Bereitschaft, sie unter prekären Film-Bedingungen trotzdem umzusetzen:


Ab dem 19.10. gehen wir als 10-köpfige, wirklich tolle Ausnahme-Band auf Tour. Es empfiehlt sich vorher das Album zu hören, besser für den Party-Vibe:


Glück

Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Ehrlich gesagt habe mir auch nur selten Karten im Vorverkauf besorgt, aber heute werden die meisten Veranstalter ja schnell nervös, wenn keiner Karten im Vorfeld kauft.

Naja, vielleicht haben wir am Ende auch einfach kein Glück.
Die falsche Platte zur falschen Zeit.

Rockt nicht. Und dann auch noch Pro-amerikanisch!

Wir werden sehen.
Ich verweile jetzt erstmal so lange hier im Glück, bis mich das Leben wieder rauswirft.

Liebe Grüße aus Bmerica,
Maurice & die Familie Summen für staatsakt im Oktober 2017.

© Copyright 2006 - 2017 staatsakt.

Pop-O-Mat

staatsakt. 09/2017


Liebe Mama! Weil der Wahl-O-Mat gerade wegen Überfüllung geschlossen ist, schreib ich jetzt erst mal wie versprochen den Newsletter und versuche es dann später noch einmal, ok?


Ja, hallo Peoples!
Jetzt wo sich Berlin Ende August doch nochmal von seiner Berliner-Weiße-mit-Schuss-Seite zeigt, sitzt unsereins auch schon wieder an Deck und forstet sich durch Belege, Rechnungen und Mails. Richtig: Augen auf der Berufswahl!
Ja, und was da nicht alles los war in Berlin während der eigenen Abwesenheit.
Der BDS-Boykott des Pop-Kultur-Festivals zum Beispiel. Und das alles wegen 500 Euro Zuschuss von der Israelischen Botschaft?

Nun, es werden für weitaus weniger als 500 Euro Menschen sogar getötet, liebe entsetzte Pop-Kultur-Menschen!
Dafür gehen namenhafte Fußballspieler heute für weit über 100 Millionen über den Verhandlungstisch und wir merken: Die emotionale Aufregung kann zwischen 500 Euro und 140 Millionen Euro in etwa gleich hoch sein. Manch einer flippt schon bei 20 Cent Wechselgeld-Beschiss total aus und macht den Metzgereifachverkäufer im Handumdrehen zum Beaf-Burger mit deliziösem Topping.

Nochmal kurz überlegt: War G20 vor oder nach meinem Urlaub?
Und hat wer gestern das Interview mit Frau Raute in der TAZ gelesen?
Bushido abonniert?
Und wer ist jetzt nochmal neuer Irgendwer in Trumps Kabinett des hochoffiziellen Schattens?

Tja, der Angela-Setting-Effekt. Das will alles nachgearbeitet werden! Dabei helfen uns die sozialen Medien aus Amerika: Timeline rauf, Timeline runter. Zappzarapp!


Und wir so?

Bringen gleichzeitig queere wie heteronormative, fetzige wie nachdenkliche Mukke auf dem Markt. Gießkannenprinzip. Oder ist das jetzt etwa schon das Schrotgewehr?! Jedenfalls machen und tun wir. Ganz fleißig auch.

Letzte Woche erst die BOIBAND, jenes zauberhaften Märchenpop-Projekt von Hans Unstern, Black Cracker und Tucke Royal (Ladies first!).
Es geht ihnen um künstlich-herbeigerufenen Stimmbruch (Pinkkäppchen starring der VW-Wolf und die sieben Dieselein!), Sich-nicht-eingeladen-fühlen (Berghainputtel) und trotzdem Scheißegal (Das tapfere Fickerlein).

Wer schon lange keine Grimm-Märchen mehr gelesen hat, seine Young Fathers Platten wegen ihres BDS-Boykotts bei Ebay verscherbelt hat und weder bei der neuen Wanda noch Kettcar reinkommt, liegt hier sonnengeschützt richtig wie die Prinzessin auf der Gen-manipulierten Erbse!
Also Gold-richtig. Man-San-To.


Let’s talk about CHUCKAMUCK!

Die wohl geilste Gurkentruppe des Landes did it again und veröffentlicht heute ihren dritten Langspieler. Weil es wohl einfach zu viele Möglichkeiten gibt, einem Album einen Namen zu geben, haben CHUCKAMUCK sich einfach für keinen Titel, bzw. "s/t", also "self titled" entschieden. Das Album also nach sich selbst benannt.
Das war natürlich schon immer ein extrem starker Move, wenn der Vater seinen Sohn stolz nach sich selbst benannte.

„Ich heiße Hermann Friedrich Alexander, und so sollst auch Du mein Sohn heißen: Hermann Friedrich Alexander.“
Amen.

CHUCKAMUCK machen sich auf CHUCKAMUCK ein bisschen über Hippies in Thailand lustig, spielen surfigen wie versoffenen Punkrock, sind ansonsten erstaunlich Country-esque unterwegs und dürften mit diesem Werk endgültig zwischen den AERONANUTEN, ERIC HYTSERIC und MUTTER eingeordnet werden. Musik von jungen Wilden für alte Säcke also. Oder von alten Säcken für junge Wilde. Alles eine Frage der Perspektive!

Gehen schließlich auch schon auf die 30 zu, unsere CHUCKAMUCKS.

Wie dem auch sein: Das Album gibt es digital und auf Vinyl, auf 1000 Stück limitiert mit hübschem Büchlein von Oska Wald himselfie mit seinen Händen gestaltet.
Hier kommt das aktuelle Video. Gut für die Libido. Gut fürs Geschäft.

Sex sells. So wie das Salz salzt!


Spelunkenlyrik

Zu guter Letzt eine Empfehlung aus der Unterabteilung "Spelunkenlyrik".

Tobias Bamborschke, Sänger und Texter der famosen Gruppe Isolation Berlin bringt heute seinen ersten Lyrik Band heraus: Mir platzt der Kotzkragen. Dieser gehört dringend in jedes Wartezimmer gelegt: Von der Eckkneipe bis in die Hals-Nasen-Ohren-Klinik!
Wer selbst oft allein daheim zu Alkohol auf die Raufasertapete blickt, der sollte sich ein Exemplar für die Privatbibliothek zulegen.

Ohnehin gilt: Lyrikbände sind die neuen Vinylschallplatten!

Bleibt am Ende eigentlich nur noch eine Frage ungeklärt:
Die Bedeutung des Deckels in Zeiten offener Grenzen.

Bleibt so gesehen heute geschlossen:
Euer Staatsakt.

staatsakt

Newsletter!

Staatstwitter


Staatsify

Neue Veröffentlichungen

    Künstler